Andreas Höcherl
Andreas Höcherl
Ich baue digitale Wachstumsmaschinen.
Und Teams, die sie betreiben.
Digital Commerce CRM Customer Experience

Was ich messe. Was sich bewegt.

Daten lesen. Hypothesen testen. Impact maximieren.
Diese KPIs stehen in jeder Initiative im Zentrum.

Akquisitions-Effizienz

CAC · CAC:CLV-Ratio · Payback Period

Conversion & Revenue

CVR · Cart Abandonment Rate · AOV

CRM

Retention Rate · Kauffrequenz · CLV

Customer Experience

NPS · CES · CSAT

Enabler-Ebene

Plattform-Performance · Automatisierungs- & KI-Grad · Datenqualität

Meine Kompetenzfelder

Digital Commerce & Direct Sales

Aufbau skalierbarer Plattformen und Revenue Engines, Performance Marketing und konsequente Conversion-Optimierung.

CRM & Customer Lifecycle

Retention, Kundenbindungs- und Lifecycle-Strategien – von der Datenarchitektur und Segmentierung bis zur Marketing Automation mit messbarem Kundenwert.

Customer Experience & Customer Service

Personalisierte Touchpoint-Optimierung entlang der gesamten Customer Journey, Steuerung von CX- und Service-Teams.

Wofür ich stehe

Fünf Überzeugungen, die meine Arbeit an der Schnittstelle von Digital Sales, CRM und Customer Experience prägen.

Am Anfang sind die Daten.

Erst ein sauberes Datenfundament macht Kampagnen steuerbar, Optimierungen messbar und Kundenansprachen wirklich treffsicher.

Digital Sales gewinnt, wer den Kunden besser kennt – nicht, wer lauter wirbt.

Das Ende der Third-Party-Cookies und der Wandel der Suche durch KI zwingen zum Umdenken in der Akquisition. Wer gewinnt, verlässt sich nicht auf blindes Targeting, sondern nutzt tiefe First-Party-Insights, um Werbeplattformen gezielt mit den wertvollsten Datensignalen zu steuern. Relevanz entsteht durch das eigene Datenfundament.

Wachstum entsteht nicht im Funnel, sondern im Lifecycle.

Akquise füllt den Trichter – nachhaltiges Wachstum entsteht danach. Unternehmen gewinnen nicht durch mehr Kampagnen, sondern durch bessere Kundenbeziehungen über den gesamten Customer Lifecycle.

Customer Service ist ein Wachstumstreiber.

Jeder Servicekontakt entscheidet darüber, ob ein Kunde zurückkommt oder verloren geht. Wer Service als Teil der Customer Experience versteht, schafft Loyalität, Vertrauen und langfristigen Kundenwert.

KI ersetzt keine Strategie. Sie beschleunigt das, was bereits da ist.

Erst wenn die Strategie steht, die relevanten Anwendungsfälle definiert sind und das Datenfundament sauber integriert ist, wird KI zum echten Hebel für das Business.

Latest Thinking

Aktuelle Gedanken zu Digital Commerce, CRM, Customer Experience und KI.

29.07.2026 · Digital Commerce & AI

Conversational Search kann die Conversion steigern – löst aber nicht das Direct-Traffic-Problem.

IHG hat gestern eine Conversational Search auf IHG.com und in der IHG One Rewards App vorgestellt. Der Beta-Launch startet zunächst in den USA. Gäste können ihren Reisewunsch in natürlicher Sprache beschreiben, etwa: „Ich suche ein Strandhotel in Florida für fünf Tage im Oktober. Wir reisen mit zwei Kindern, hätten gern einen Kids Club und möchten maximal 300 Dollar pro Nacht ausgeben.“

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Das ist zunächst keine Revolution, da viele Menschen heute bereits in ChatGPT & Co. genau auf diese Weise nach ihrer nächsten Reise recherchieren. Neu ist, dass IHG dieses Suchverhalten in den eigenen Direktvertrieb integriert und dabei auf die proprietären Produktdaten, Preise und Loyalty-Informationen zugreifen kann. Je spezifischer diese Daten sind, desto relevanter werden die Empfehlungen. Conversational Search könnte damit zu einem richtigen Conversion Booster werden, wenn der User noch keine spezifische Such-Absicht hat und vielleicht wieder abgesprungen wäre.

Trotzdem lohnt sich eine kritische Einordnung: Ob Gäste dieses IHG-Angebot auf den direkten Buchungskanälen annehmen und daraus mehr Direktbuchungen entstehen, muss sich erst noch zeigen.

Hinzu kommt aber ein strukturelles Problem: Der Direktvertrieb steht seit Jahren unter Druck. Immer mehr Customer Journeys beginnen in KI-Assistenten, auf Plattformen wie Expedia oder in zunehmenden Zero-Click-Umgebungen wie der Google-Suche und erreichen die Unternehmenswebsite häufig nicht mehr.

Conversational Search auf den eigenen Kanälen mag zwar die Conversion Rate erhöhen – sie löst aber nicht das Problem rückläufiger Direct-Traffic-Anteile. Große Hotelketten wie IHG verfügen wenigstens noch über Markenbekanntheit, Reichweite und vor allem starke Loyalty-Programme, um diesem Trend etwas entgegenzusetzen.

Für kleinere Anbieter sieht die Realität anders aus. Sie sollten sich frühzeitig darauf einstellen, dass Sichtbarkeit künftig an immer mehr Stellen außerhalb der eigenen Website entsteht und in der Regel provisionspflichtig ist. KI verändert den Einstieg in die Customer Journey – der Einstieg findet einfach früher statt.

Quelle: IHG Hotels & Resorts, Pressemitteilung vom 28.07.2026.

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27.07.2026 · AI Agents & Cybersecurity

Autonome KI-Agenten brauchen klare Identitäten, Berechtigungen und Kontrollen.

Ein autonomer KI-Agent von OpenAI drang während eines internen Sicherheitstests in Teile der Infrastruktur von Hugging Face ein. Der Vorfall macht sehr konkret sichtbar, welche Herausforderungen entstehen, wenn KI-Agenten eigenständig handeln, Werkzeuge nutzen und auf Unternehmenssysteme zugreifen dürfen.

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Zwischen dem 11. und 13. Juli drang ein autonomer KI-Agent von OpenAI während eines internen Sicherheitstests in Teile der Infrastruktur von Hugging Face ein, der bekannten Open-Source-Plattform für KI und maschinelles Lernen. Nach Angaben von Reuters hatte sich der Agent aus seiner vorgesehenen Testumgebung gelöst, Zugriff auf das Internet erhalten und anschließend eigenständig nach Informationen gesucht, um seine Cybersecurity-Evaluierung abzuschließen. OpenAI brachte den Hugging-Face-Vorfall erst mehrere Tage später mit dem eigenen Test in Verbindung.

Durch diese Panne wird sehr konkret sichtbar, welche Herausforderungen entstehen, wenn KI-Agenten eigenständig handeln, Werkzeuge nutzen und auf Unternehmenssysteme zugreifen dürfen. Das könnte nahezu alle Bereiche einer Firma betreffen.

Was bedeutet das z. B. für Digitalvertrieb und CRM? KI-Agenten werden künftig noch häufiger Kundendaten auswerten, Servicefälle bearbeiten, Angebote erstellen oder Transaktionen vorbereiten. Je mehr Entscheidungsspielraum sie erhalten, desto wichtiger werden Identität, Berechtigungen und Kontrolle. Neue Features und Funktionen lassen sich meist schneller einführen als die dazugehörigen Verantwortlichkeiten, Kontrollen und Betriebsprozesse.

Für produktive KI-Agenten sollten deshalb dieselben Grundprinzipien gelten wie auch für Mitarbeitende: eindeutige Identität; klar definierte Berechtigungen; vollständige Nachvollziehbarkeit der Aktionen; verbindliche Eskalationsregeln; kontinuierliches Monitoring.

Es geht letztlich um die Fähigkeit, autonome Systeme sicher und verantwortungsvoll zu betreiben. Das und Cybersecurity generell wird für Unternehmen geschäftskritisch und überlebensnotwendig werden.

Quellen: Reuters; Hugging Face Security Blog (Links gerne auf Anfrage).

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23.07.2026 · CRM & AI

CRM entwickelt sich zum System of Action.

KI verändert die Rolle des CRM. Die Entwicklung lässt sich anhand von drei Begriffen beschreiben: System of Record, System of Engagement und System of Action.

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Über viele Jahre war das CRM vor allem ein System of Record. Es dokumentierte Kundendaten, Aktivitäten, Opportunities und Transaktionen. Das sollte heute immer noch so sein als führendes System für Kundendaten.

Vor rund 15 Jahren etablierte sich in der Enterprise-IT der Begriff System of Engagement (geprägt von Geoffrey Moore): CRM-Systeme entwickelten sich zu Plattformen, über die Unternehmen mit Kunden über digitale Kanäle auch interagieren.

Mit KI zeichnet sich nun die nächste Evolutionsstufe ab: Salesforce, Microsoft, HubSpot und Oracle z. B. verfolgen am Ende die gleiche Richtung und geben sich da nicht viel – das CRM entwickelt sich durch Einsatz von KI-Agenten zum System of Action, das heißt: Es dokumentiert Informationen nicht nur, sondern priorisiert Leads, empfiehlt die nächste Aktion, automatisiert Prozesse und unterstützt idealerweise operative Entscheidungen.

Für CRM-Verantwortliche und -Teams bedeutet das: Die Qualität der Kundendaten wird nochmals wichtiger, weil KI auf dieser Basis ihre Entscheidungen vorbereitet. CRM-Prozesse gewinnen an Bedeutung, weil Unternehmen definieren müssen, welche Aufgaben KI übernehmen darf und welche weiterhin in menschlicher Verantwortung bleiben. Wichtiger wird daher die Fähigkeit, KI sinnvoll anzuleiten, Leitplanken festzulegen und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen.

Der Wert eines KI-Agenten im CRM bemisst sich nicht zuletzt daran, ob der CRM-Professional versteht, welche Empfehlungen der CRM-Agent gibt, warum er sie gibt, auf welchen Daten sie basieren und unter welchen Bedingungen sie umgesetzt werden sollten. Und genau darin sehe ich die nächste Entwicklungsstufe des CRM.

Quellen: Geoffrey Moore, „Systems of Engagement and the Future of Enterprise IT“ (2011); Salesforce Agentforce; Microsoft Dynamics 365 AI & Copilot; HubSpot Breeze; Oracle AI for Fusion Applications.

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21.07.2026 · AI & Digital Commerce

Nach SEO und GEO kommt Agent Readiness.

Websites wurden bisher entlang von drei Optimierungszielen entwickelt: Für Menschen (Usability und Accessibility), für Suchmaschinen (SEO) und zuletzt für generative KI-Systeme (GEO). Es ist klar, dass künftig ein neues Ziel dazukommt: KI-Agenten.

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Eine brandaktuelle wissenschaftliche Vorabveröffentlichung liefert dazu einen interessanten Denkanstoß. Die beiden Autoren, Forscher aus Kanada und Frankreich, vergleichen in einem Experiment zwei identische E-Commerce-Websites (gleich u. a. in Bezug auf Produktkatalog, Preise, Lagerbestand und Check-out).

Der einzige Unterschied: Eine der beiden Websites wurde auf Basis eines Framework gezielt für KI-Agenten optimiert – z. B. mit klar strukturierten Informationen, eindeutig erkennbaren Aktionen und maschinenlesbaren Produktdaten. Anschließend mussten Browser-Agenten auf Basis von GPT-4.1, Gemini 2.5 Flash und Grok 4 Fast typische Shopping-Aufgaben wie Produktsuchen und Produktvergleiche lösen.

Zum Ergebnis: Insgesamt wurden 300 solcher Testläufe ausgewertet. Die agentenoptimierte Website ließ die Erfolgsquote der Browser-Agenten von 49,3 % auf 89,3 % (+40 Prozentpunkte) steigen. (Dabei ist zu beachten, dass es sich um einen Proof of Concept handelt und die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf reale Websites übertragbar sind.)

Wenn KI-Agenten künftig Recherche, Vergleich oder Teile des Kaufprozesses übernehmen, muss eine Website Informationen so bereitstellen, dass auch KI-Agenten sie zuverlässig verstehen und nutzen können.

SEO und GEO helfen Unternehmen, gefunden zu werden. Usability, Accessibility und Conversion-Rate-Optimierung (CRO) tragen dazu bei, Besucher zu Kunden zu machen. Agent Readiness wird künftig darüber entscheiden, ob KI-Agenten erfolgreich mit einer Website interagieren. Zumindest bei Low-Involvement-Produkten und standardisierten Käufen halte ich dieses Szenario für sehr realistisch.

Websites sind nur der Anfang. Für native Apps wird sich dieselbe Frage stellen: Wie einfach können KI-Agenten Informationen abrufen und Transaktionen direkt ausführen, ohne die Benutzeroberfläche wie ein Mensch bedienen zu müssen?

Quelle: „Designing Agent-Ready Websites for AI Web Agents: A Framework for Machine Readability, Actionability, and Decision Reliability“ (Said Elnaffar, Farzad Rashidi), Preprint, veröffentlicht am 13.07.2026 auf arXiv.

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17.07.2026 · First-Party Data & AI

First-Party-Daten sind der strategische Wettbewerbsvorteil.

Der Hilton-CEO Chris Nassetta beschreibt zwei konkrete KI-Anwendungsfälle im Hotel: Serviceprobleme noch während des Aufenthalts erkennen und Gästen auf Basis ihrer Daten relevantere Angebote ausspielen.

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Der ikonische und seit 2007 in seiner Rolle aktive Hilton-CEO Chris Nassetta hat diese Woche im „The Angle“-Podcast des Asset Managers T. Rowe Price zwei konkrete KI-Anwendungsfälle im Hotel beschrieben: Zum einen soll KI Serviceprobleme bereits während des Aufenthalts erkennen, etwa über die Analyse von Gastnachrichten oder Social-Media-Posts, und Mitarbeitende unterstützen, diese zu lösen, solange der Gast noch im Hotel ist. Zum anderen möchte Hilton Buchungshistorie, Suchverhalten und Präferenzen nutzen, um Gästen deutlich relevantere Angebote auszuspielen. Nichts Revolutionäres erst einmal.

Beides klingt zunächst nach unterschiedlichen Projekten, aber die zwei Anwendungsfälle basieren eigentlich auf derselben Grundlage, nämlich hochwertigen First-Party-Daten.

AI-Modelle werden immer leistungsfähiger und für alle verfügbar, der Zugang zu hochwertigen Kundendaten bleibt dagegen unternehmensspezifisch. Für Digital-Sales- und CRM-Verantwortliche sollte klar sein: Es muss darum gehen, dass das Unternehmen entlang der gesamten Customer Journey die Datenbasis aufbauen und aufbereiten kann, die KI für besseren Service, relevantere Angebote und höhere Kundenbindung überhaupt erst nutzen kann (ob im Hotel oder anderen Branchen).

First-Party-Daten sind nicht alles, aber ohne First-Party-Daten können viele KI-Anwendungen ihren eigentlichen Wert für den Kunden nicht entfalten. First-Party-Daten sind der strategische Wettbewerbsvorteil.

Quelle: „The Angle“-Podcast (T. Rowe Price), Interview mit Hilton-CEO Chris Nassetta, 15.07.2026

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14.07.2026 · Digital Sales & AI

Bei KI müssen Infrastruktur, Experimente und Spielregeln parallel laufen.

Marriott baut zentrale Technologieplattformen neu auf und wartet trotzdem nicht, bis alles fertig ist, um sich mit KI-Suche, Inhalten und den entstehenden kommerziellen Regeln zu beschäftigen.

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Marriott, die größte Hotelgruppe der Welt, hat nach Angaben ihres Topmanagers Drew Pinto in den vergangenen drei Jahren rund eine Milliarde US-Dollar investiert, um Reservierungssystem, Property-Management-System und Loyalty-Plattform gleichzeitig neu aufzubauen. Der globale Rollout läuft noch 12 bis 18 Monate. Ich kenne das aus nächster Nähe von meinem Ex-Arbeitgeber H World International (Marken: u. a. Steigenberger und IntercityHotel).

Marriott wartet dabei weder auf ein fertiges System noch auf messbare Effekte, um sich jetzt mit KI zu beschäftigen. Pinto sagt im Interview, KI-Suche habe den tatsächlichen Traffic bislang zwar kaum verändert, trotzdem bereite man aktiv Inhalte vor und spreche mit allen relevanten Partnern: “We're preparing our content, we're working with all the partners, we're watching this very closely.” Der Grund dafür ist auch strategisch: Marriott will bei den entstehenden kommerziellen Regeln mitreden, damit das Modell nicht einseitig zugunsten der KI-Plattformen ausfällt, ähnlich wie es sich einst bei den Provisionen der OTAs wie Booking oder Expedia entwickelt hat.

Dieses agile Vorgehen ist genau der richtige Weg: Infrastruktur und Daten vorbereiten, aber gleichzeitig direkt mit den wertvollsten KI-Initiativen experimentieren und die Organisation lernen lassen – statt zu warten, bis alles „fertig“ ist. Denn wer erst reagiert, wenn KI als Search-Channel zuverlässig funktioniert oder die Spielregeln der KI-Plattformen bereits stehen, hat verloren – die OTAs lassen grüßen.

Für Digital Sales-Verantwortliche heißt das konkret: Es muss auf strategischer, technischer und organisatorischer Ebene gleichzeitig gehandelt werden. Datenqualität, gezielte KI-Projekte und Mitsprache bei den kommerziellen Spielregeln laufen am besten parallel. Das muss jetzt sitzen – denn KI ist eine andere Dimension, die alle Marktteilnehmer betrifft.

Quelle: Business Travel News, Interview mit Drew Pinto (Marriott), veröffentlicht auf PhocusWire, Anfang Juli 2026.

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10.07.2026 · AI Visibility & SEO

KI-Sichtbarkeit ist kein stabiles Ranking.

Eine Analyse von knapp 14.000 KI-Antworten zeigt, wie stark Hotelempfehlungen je nach System und Zeitpunkt schwanken – und warum wiederkehrende Präsenz wichtiger ist als eine einzelne Top-Platzierung.

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Kollective, eine auf Hotellerie spezialisierte Agentur aus Athen, hat für ihren AI Visibility Index knapp 14.000 Antworten von ChatGPT, Copilot, Gemini, Google AI Overviews und Google AI Mode zu Hotels in 100 Destinationen ausgewertet. Hierzu wurde ein fixer Satz an Suchanfragen zusammengestellt, z. B. „Empfiehl mir ein Boutique-Hotel in Lissabon“. Laut Studien-Zwischenergebnissen stimmten die KI-Systeme bei derselben Anfrage in nur rund 4 % der Fälle im „Top-Hotel“ überein (d. h. dem jeweils als Mention erstgenannten bzw. am höchsten platzierten Hotel in der Antwort eines KI-Systems). Bei einem Intraday-Test, bei welchem der gleiche Prompt zweimal am selben Tag mit einer Stunde Abstand gestellt wurde, wechselte die Top-Hotel-Empfehlung in sage und schreibe 45 % der Fälle.

Die Grundbeobachtung deckt sich mit dem, was man über KI-Systeme weiß: KI-Antworten sind nicht deterministisch, sie hängen u. a. vom Modell, vom Kontext und vom Zeitpunkt ab. Viele Hotels versuchen deshalb, für „die eine“ typische Anfrage von Reisenden in der KI-Antwort direkt zu erscheinen, was kaum möglich ist. Das überträgt überdies die Logik des klassischen Keyword-Rankings auf ein System, das einfach anders funktioniert.

Ich kann aus meiner Erfahrung nur bestätigen: Häuser mit aktuellen, strukturierten Daten und Präsenz über viele Kanäle sind auch in KI-Systemen besser sichtbar. Wiederkehrende Präsenz über viele Systeme zählt mehr als eine einzelne Top-Platzierung an einem Tag.

Heißt: Eine bereits im klassischen Off- und On-Page-SEO gut aufgestellte und technisch sauber strukturierte Hotel-Website mit maschinenlesbaren Daten, aktuellen Preisen und Verfügbarkeiten, ist konsistent über mehrere KI-Systeme hinweg besser auffindbar. Und das ist die Arbeit, die tatsächlich wirkt.

Quelle: Kollective, Boutique Hotel AI Visibility Index, vorläufige Zwischenergebnisse, Auswertung auf Hospitality Net, 08.07.2026.

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07.07.2026 · Digital Commerce & AI

Agentic Commerce verschiebt den Checkout – nicht die Kundenbeziehung.

Salesforce hält die Kaufentscheidung auf der Händler-Website, während Google den Checkout in seine KI-Oberflächen verlagert. Für Händler wird damit die direkte Kundenbeziehung noch wichtiger.

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Salesforce hat Ende Juni sein bisher größtes Update für Agentic Commerce veröffentlicht. Kernstück ist der Shopper Agent, der Kunden auf der Website des Händlers von der Produktsuche bis zum Checkout begleitet.

Salesforce stützt den Nutzen seines Shopper Agent mit Daten aus der Weihnachts-Saison 2025 (November/Dezember): Unternehmen mit eigenem Shopper Agent, darunter Firmen wie Pandora oder SharkNinja, wuchsen um 6,2 % gegenüber 3,9 % bei Unternehmen ohne Agenten (ein Anstieg von +59 %). Das ist zwar eine Salesforce-Analyse, aber die Zahlen taugen als Signal. Bei dieser Variante bleibt die eigene Website der Ort der Kaufentscheidung. Kundenbeziehung und der letzte Schritt vor dem Kauf bleiben beim Händler.

Anders verhält sich das bei Google. Über das neue Universal Commerce Protocol (UCP) plant Google, den Checkout künftig direkt im Google AI Mode und Gemini stattfinden zu lassen, ohne dass der Kunde die Google-Oberfläche verlässt. Das Gute ist, dass der Händler Merchant of Record bleibt. Obwohl der Kunde in Gemini kauft, erhält der Händler die vollständigen Daten für sein CRM-System und spätere Marketing-Aktionen – er muss die Daten eben nutzen.

Ich sehe darin einerseits ein neues Plattform-Risiko entstehen, vergleichbar mit dem, was Händler von Amazon Marketplace oder Touristik-Anbieter von Booking und Check24 kennen: weniger Website-Traffic, weniger Cross- und Upselling, weniger First-Party-Daten, schwächere Markenbindung.

Aber statt KI-Kanäle zu meiden, sollten Unternehmen die eigene Kundenbeziehung so gestalten, dass der Kunde beim nächsten Mal direkt bei ihnen kauft: beispielsweise durch Loyalty-Programme, personalisierte Mehrwerte und exklusive Vorteile, die Kunden bewusst zur Direktbuchung zurückführen.

Die ersten Berichte rund um das UCP aus den USA drehen sich noch primär um die technische Integration und steigende Zahl von KI-Suchanfragen. Es bleibt daher spannend abzuwarten, wann es die ersten verlässlichen Daten zur Entwicklung der Händler-Umsätze im Rahmen des UCP gibt. Ich werde das beobachten.

Quellen: Salesforce-Pressemitteilung, „Salesforce stellt Agentforce Commerce vor“ (25. Juni 2026); Salesforce Shopping Index, „2025 Holiday Shopping Data“.

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01.07.2026 · Digital Sales & DTC

Direktvertrieb beginnt nach der ersten Plattformtransaktion.

Was Hotels und Veranstalter vom DTC-Markt im Mobile Gaming lernen können: Nicht immer lässt sich der erste Kontakt mit Plattformen vermeiden – entscheidend ist, was danach mit der Kundenbeziehung passiert.

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Eine gerade publizierte Studie von Appcharge, einem Anbieter von Web-Stores für Spiele-Publisher, zeigt: Direct-to-Consumer-Umsatz im mobilen Gaming ist ein steigender Markt, welcher derzeit aber erst rund 15 % des globalen In-App-Umsatzes mit mobilen Spielen ausmacht. Der Grund für den traditionell kleinen DTC-Anteil: Die App-Installation selbst läuft weiterhin fast ausschließlich über den Apple App Store oder Google Play, daran ändert sich auch künftig nichts. Verschoben wird aber das, was „danach“ passiert, also In-App-Käufe über eigene Web-Stores mit direkten Zahlungslinks. Das wurde erst ermöglicht durch regulatorischen Druck auf das Apple-/Google-Duopol (Ausgangspunkt war eine Klage von Epic Games, dem Hersteller von Fortnite, gegen Apple).

Genau das ist die eigentliche Pointe: Spieleanbieter akzeptieren App Store und Play Store als teure Akquisitionskanäle – sie müssen es einfach. Ihre Strategie zielt nicht auf den ersten Download, sondern auf das, was danach passiert. Wer einmal spielt, soll künftig direkt beim Spieleanbieter kaufen und nicht über die Stores von Apple und Google mit ihren hohen Provisionen.

Exakt dasselbe Muster sehen wir im Travel-Bereich: Die erste Buchung als Direktbuchung sollte zwar immer das unbedingte Ziel sein, aber es ist nicht immer möglich, den Akquisitionswettbewerb gegen OTAs zu gewinnen. Der Wert eines Gastes entsteht über mehrere Aufenthalte, und das funktioniert nur, wenn das Hotel oder der Veranstalter die Kundenbeziehung übernehmen und aktiv managen.

Mit KI-Suche und perspektivisch Agentic Commerce verändert sich der Einstieg in die Customer Journey erneut. Direktvertrieb ist deshalb keine Praxis gegen Plattformen, sondern eine Unternehmensstrategie, die für Direktkanäle eben Demand Generation und Discovery, beste Customer Experience und konsequentes CRM verbindet. Ziel ist nicht die einzelne Buchung, sondern der Kundenwert, indem man aus einer Erstbuchung eine Beziehung macht.

Quelle: Appcharge/GDC Festival of Gaming Studie, Juni 2026.

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29.06.2026 · Travel & Agentic Commerce

Agentic Commerce im Reisevertrieb beginnt bei standardisierten Buchungen.

Nicht jede Reisebuchung eignet sich gleichermaßen für KI-Agenten. Das realistische Einfallstor sind standardisierte Käufe, während emotionale Reisen weiterhin von Inspiration, Marke und persönlicher Entscheidung leben.

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Agentic Commerce war neben China Speed und Creator Commerce das beherrschende Thema der K5 – Future Retail 2026 in Berlin. Dabei beschränkt er sich nicht auf warengebundenen E-Commerce. Er ist z. B. für Reisen und Ticketing, Abonnements und digitale Dienste gleichermaßen relevant, auch wenn hierüber kaum gesprochen wird.

Für Touristiker ist das eine differenzierte Chance. Nicht jede Reisebuchung ist gleich. Das Planen der Traumreise im B2C-Segment kann ein emotionales Erlebnis sein. Hier will der Nutzer eher keinen Agenten, der ihm die Entscheidung abnimmt. Anders sieht es bei kommodisierten Buchungen aus, z. B. bei Geschäftsreisen: Hier zählen primär Preis, Verfügbarkeit, Lage – und Schnelligkeit. Hier liegt das realistische Einfallstor für Agentic Commerce im Reisevertrieb. In jedem Fall geht es um Datenqualität, API-Zugänglichkeit und maschinenlesbare Angebotsstrukturen. Und dennoch möchte man als Anbieter langfristig nicht zum reinen Productfeed verkommen.

Aus meiner langjährigen Erfahrung im erfolgreichen Management profitabler Direktbuchungen gegenüber Third-Party-Kanälen kann ich sagen: Die Gegenstrategie liegt u. a. in starker Markenführung, relevantem CRM und Qualität on property, die Wiederbuchungen und Weiterempfehlungen erzeugen. Wer Top of Mind bleibt, wird eher direkt gebucht: provisionsfrei, inklusive Preis- und Kundendaten-Hoheit – und damit seltener mit Agenten.

Wir sind mit Agentic Commerce noch früh dran: OpenAIs Instant Check-out scheiterte im März 2026 an fehlender Echtzeit-Datensynchronisation, Betrugsprävention, fehlender Steuerinfrastruktur und mangelnder Akzeptanz der Merchants. In der EU sind die regulatorischen Fragen rund um Haftung, Datenschutz und Zahlungsautorisierung noch ungeklärt. Und nicht zuletzt: Die Adoption durch die User in der Breite steht aus.

Daher gilt es nun umso mehr, die Entwicklung genau zu beobachten und als Fast Follower in die Umsetzung zu gehen, sobald es gesicherte Erkenntnisse darüber gibt, was funktioniert.

Quellen: IBM Think 2026; K5 Konferenz, Juni 2026; Google Cloud, Januar 2026; Forrester Research 2026.

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25.06.2026 · Brand & Performance

Activation entscheidet über heute. Brand Building über morgen.

Performance-Dashboards zeigen uns viel. Was sie nicht zeigen, entscheidet über langfristiges Wachstum.

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Les Binet und Peter Field, die zwei Godfather der Marketing-Effectiveness-Forschung im Umfeld des britischen Werbe-Fachverbands IPA, haben die Begriffe Brand Building und Brand Activation geprägt. Ihre Studie „The Long and the Short of It“ (2013) deckt fast 1000 Kampagnen aus 30 Jahren ab. Die dort abgeleitete Daumenregel für höchsten Gesamtgewinn lautet: 60 % des Budgets für Brand Building, 40 % des Budgets für Brand Activation. Brand Building füllt den Funnel von oben, Activation leert ihn unten.

2026 kommt ein neues Argument für Brand Building hinzu: Laut Seer Interactive sind organische Klickraten mit Aufkommen der Google AI Overviews (die bei rein kommerziellen Suchen derzeit noch etwas seltener ausgespielt werden) um 61 % gesunken, bezahlte gar um 68 %. Marken, die in KI-Antworten zitiert werden, verzeichnen hingegen 35 % mehr organische und 91 % mehr bezahlte Klicks.

Die Citations einer Marke erfolgen zwar nicht allein aufgrund von Bekanntheit. Sichtbar wird jedoch, dass Marken mit hoher Autorität und starker Präsenz im digitalen Ökosystem überdurchschnittlich häufig als Referenz herangezogen werden. Brand Building beeinflusst die hier relevanten Signale in Google.

Aus vielen Jahren Erfahrung im digitalen Vertrieb kann ich nur sagen: Performance-Kampagnen funktionieren besser, wenn Markenbekanntheit und Vertrauen den Boden bereiten.

Activation entscheidet über den Umsatz heute, Brand Building entscheidet über den Umsatz von morgen. Wer nur eines davon betreibt, optimiert auf Kosten des anderen.

Quellen: Les Binet, IPA Effectiveness Conference, Oktober 2025; Binet & Field, „The Long and the Short of It“, IPA 2013/2018; Seer Interactive AI Overviews Studie, September 2025.

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23.06.2026 · CRM & AI

CRM ist kein Campaign Rollout Management.

CRM steht für Customer Relationship Management, nicht für Campaign Rollout Management. In der Praxis wird es aber immer noch zu oft so behandelt.

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Branchendaten zeigen, wo die meisten Unternehmen heute stehen: 61 Prozent nutzen ihr CRM primär für E-Mail-Marketing und automatisierte Kommunikation. Nur 34 Prozent nutzen die Analysefunktionen für Entscheidungen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Kundendaten sind meist ausreichend vorhanden. Schwieriger ist es, diese sauber zu analysieren, daraus bessere Entscheidungen abzuleiten und diese konsequent in operative Prozesse zu überführen.

Salesforce, HubSpot und Microsoft bauen ihre CRM-Plattformen aktuell konsequent in Richtung Entscheidungsunterstützung mit KI um. Analytisches CRM, also u. a. Scoring, Segmentierung, Churn-Prognosen, CLV-Optimierung oder NBA, war bislang eine Domäne von professionell aufgestellten Teams, die hierfür Spezialisten haben.

KI-gestützte Module in den großen CRM-Suiten machen diese Fähigkeiten jetzt auch für reguläre Business-Teams zugänglicher und leichtgewichtiger. Dabei ist die Kenntnis der zentralen Konzepte des analytischen CRM nach wie vor unerlässlich – Urteilsvermögen und Human in the Loop eben.

Unternehmen, die CRM weiterhin primär als Kampagnenwerkzeug nutzen, lassen leider viel Potenzial ungenutzt. Denn die Zukunft des CRM wird stärker durch die Qualität der per KI vorbereiteten und durch Menschen validierten Entscheidungen geprägt als durch die Anzahl der ausgespielten Kampagnen.

Quellen: HubSpot Breeze AI Guide 2026; DesignRush/Salesforce CRM Statistics, 2026.

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18.06.2026 · Performance Marketing & AI

Keywords werden vom Befehl zum Signal.

Das Keyword im Performance Marketing verliert vielleicht an Bedeutung – aber es wird nicht verschwinden, wie zuweilen recht undifferenziert behauptet wird. Das gelernte SEO-Handwerk behält daher aus meiner Sicht seinen Wert. Das Spiel ändert sich nur – und das hat sich schon länger abgezeichnet, nicht erst seit dem Aufkommen von GEO, AIO & Co.

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Google stellt die Dynamic Search Ads (DSA) ein und überführt diese in AI Max for Search. Nur die Übergangsphase wird auf Februar 2027 verlängert, wie Google letzte Woche angekündigt hat.

Die DSA waren 2011 der erste Versuch von Google, Keyword-basiertes Advertising zu vereinfachen: Der DSA-Algorithmus analysiert die Website des Advertisers und schaut im Moment der Suchanfrage eines Nutzers, ob das Angebot passt. Kernelemente der Suchanzeige werden dann dynamisch erstellt und live ausgespielt. Damit zeichnete sich schon ab, dass Keywords von einem klaren „Befehl“ zu einem bloßen Signal unter vielen für den Google-Algorithmus wurden.

Früher ging es also primär darum, wer die besten Keyword-Listen pflegte und Match-Type-Strategien beherrschte. Wenn die Kampagnensteuerung nun aber durch Systeme wie AI Max weiter automatisiert wird, wird Erfolg haben, wer die besten First-Party-Daten und Conversion-Signale besitzt, eine für KI gut lesbare und verständliche Website hat und den Algorithmus mit den wirklich relevanten Geschäftsdaten versorgt und darauf optimiert – beispielsweise Customer Lifetime Value.

Das sind die eigentlichen Differenzierungsmerkmale. Und hier ist es nach wie vor wichtig zu verstehen, an welchen Hebeln man als Advertiser ziehen kann – in einem Werbe-Ökosystem, das immer mehr zur Black Box wird.

Quelle: Search Engine Land, 12.06.2026 (Migration von Dynamic Search Ads zu AI Max for Search bis Februar 2027).

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16.06.2026 · AI & Customer Experience

Der Engpass ist nicht mehr der Vorschlag, sondern das Urteil.

Die erste Welle generativer KI hat Texte, Bilder und Videos produziert, die nächste unterstützt Entscheidungen.

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Der Anlass: Adobe hat letzte Woche die allgemeine Verfügbarkeit seines CX Enterprise Coworker angekündigt. Marketer beschreiben ein Ziel, etwa mehr Cross-Selling, und die agentische KI schlägt den Plan vor: Zielgruppe, Kanäle, Timing, Budgetverteilung, Inhalte. Der Mensch gibt frei, das System setzt um und lernt aus den Ergebnissen. Was nach Automatisierung klingt, ist in Wahrheit eine Kette von Entscheidungen, die bisher in Meetings fielen. Bemerkenswert ist weniger das Produkt als die Richtung, in die sich die ganze Branche bewegt. Salesforce und Microsoft bauen Vergleichbares: KI wandert aus der Content-Produktion in die operativen Entscheidungen.

Aus meinen CRM- und Customer-Experience-Projekten kenne ich die eigentliche Herausforderung: Es fehlt weder an Daten noch an leistungsfähigen Systemen, sondern an klaren Prozessen, Verantwortlichkeiten und Prioritäten. Adobe formuliert es im eigenen Launch ungewohnt offen: Viele Organisationen schaffen es nicht, KI-Einsatz in messbare Ergebnisse zu übersetzen.

Damit verschiebt sich der Engpass: nicht mehr Vorschläge entwickeln, sondern Vorschläge qualifiziert beurteilen. Wer jede Empfehlung ungeprüft freigibt, hat die Entscheidung längst abgegeben.

Mein Rat: Klein und konkret starten. Eine einzige, wiederkehrende Entscheidung auswählen, etwa die wöchentliche Budgetverteilung über Kampagnen, und dort durchspielen, was sich ändert: Auf welcher Grundlage wird heute entschieden? Was empfiehlt die KI? Was hätten wir entschieden? Wer trägt die Entscheidung? Wer das einmal sauber durchdacht hat, weiß danach sehr genau, was im eigenen Unternehmen wirklich fehlt. Meist sind es nicht die Tools, sondern bessere Entscheidungen.

Quelle: Adobe Pressemitteilung, 10.06.2026.

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12.06.2026 · Travel & AI

Wer kontrolliert Discovery und Kundenzugang im Reisevertrieb?

Wer kontrolliert Discovery und Kundenzugang im Reisevertrieb von morgen: die Anbieter direkt, die OTAs oder die KI-Plattformen?

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Wyndham startete im Mai 2026 eine eigene ChatGPT-App. IHG zog diese Woche nach. Die Ketten folgen dabei nur Booking und Expedia, die hier seit 2023 aktiv sind.

Ich habe E-Commerce und digitalen Direktvertrieb in der Touristik in verschiedenen Stationen verantwortet. Die Frage war stets: Wie stärken wir die eigenen Vertriebskanäle und reduzieren die Abhängigkeit von Provisionen?

Drei Szenarien zur Frage, welche Rolle hier die KI-Assistenten einnehmen:

Szenario 1: KI-Assistenten bleiben ein Recherchekanal. Der Reisende vergleicht im Chat, bucht aber wie gewohnt bei den OTAs oder direkt beim Anbieter. Sichtbarkeit in KI-Antworten wird zur neuen Vertriebs-Disziplin.

Szenario 2: KI-Assistenten werden zum Vermittler. Gebucht wird direkt aus dem Chat. Ein neuer Zugangspunkt zum Kunden, und die alte OTA-Frage stellt sich neu: Wer kontrolliert den Zugang, wer verdient an der Vermittlung? Wie schwer das ist, zeigt OpenAI: Instant Checkout wurde im März 2026 in die Partner-Apps verlagert.

Szenario 3: KI-Agenten übernehmen Planung und Buchung. Der Nutzer nennt nur sein Ziel: „Verlängertes Wochenende in Barcelona, Direktflug ab Köln, Boutique-Hotel, Budget 1.500 Euro.“ Der Agent sucht, vergleicht, bucht. Das ist bereits Pilotbetrieb: Google baut die agentische Buchung im AI Mode, Perplexity hat einen eigenen Reiseagenten gestartet. Wer hier nicht aufpasst, endet als Product-Feed hinter den Gatekeepern.

Mein Eindruck: Szenario 1 sehen wir längst, Szenario 2 nimmt Fahrt auf, und langfristig gewinnt Szenario 3, weil es für den Kunden der bequemste Weg ist. Es mag dauern: Automatische Buchungen lehnen Reisende mehrheitlich noch ab, es geht um Kontrolle und Vertrauen. Aber digital gewinnen meist die Lösungen, die Komplexität reduzieren. Der agentische Weg zeichnet sich ab.

Quellen: Skift; Hotel Dive; Tageskarte; PR Newswire.

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Meine Stationen

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RETRAVEL
AIDA Cruises
H World International
alltours

Profil

Zwei Jahrzehnte an der Schnittstelle von Business, Technologie und Kundenerfahrung – erfahren im Ausbau digitaler Geschäftsmodelle und der Neuausrichtung etablierter Organisationen.

Ich baue schlagkräftige Teams aus Spezialisten, die nachhaltigen Business-Impact generieren.

Mein Fokus liegt auf der Verzahnung von agilem Produktmanagement, durchdachter Customer Experience und datengetriebenem Digital Commerce.

Andreas Höcherl

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